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Einladung zur Sitzung der AG Neolithikum
 
im Rahmen der gemeinsamen Tagung von MOVA und WSVA

vom 19.-22. März 2018 in Halle (Saale)
 
zum Thema
 
Soziale Beziehungen, Netzwerke und Sozialstrukturen im Neolithikum Europas

Vor zehn Jahren – auf dem 6. Deutschen Archäologiekongress in Mannheim – tagte die AG Neolithikum zum Thema „Familie – Verwandtschaft – Sozialstrukturen“. Bei der Tagung des MOVA und des WSVA vom 19. bis 22.03.2018 in Halle (Saale) soll es erneut um diesen Themenkomplex gehen, wobei der Fokus besonders auf theoretischen Konzepten zu Sozialstrukturen und sozialen Beziehungen sowie konkreten methodischen Herangehensweisen liegen soll. Besonders soll diesbezüglich die Frage diskutiert werden, in wie weit genetische Analysen neben ihrem unzweifelhaft großen Potential für die Erforschung der Vorgeschichte tatsächlich einen Erkenntnismehrwert hinsichtlich des Konzepts „Familie“ und der Rekonstruktion sozialer Beziehungen liefern. Was sagt Verwandtschaft bzw. ‚Nicht-Verwandtschaft‘ tatsächlich dazu aus?

Bei der Rekonstruktion von Sozialstrukturen und der sozialhistorischen Interpretation archäologischer Befunde bedient sich die archäologische Wissenschaft stets aus der Soziologie und Ethnologie entlehnten Begriffen wie Macht, Status und Prestige oder soziopolitischen Organisationsformen wie Häuptlingstümern oder big man-Systemen. Der jeweils postulierte Grad an sozialer Stratifizierung wird z. B. mit egalitär, segmentär oder hierarchisch beschrieben. Die einzelnen Studien bewegen sich dabei jedoch meist auf unterschiedlichen Maßstabsebenen, wofür dennoch der gleiche Begriffskanon verwendet wird. Eine Differenzierung und dezidierte Diskussion des Untersuchungsgegenstandes im Kontext der jeweiligen Maßstabsebenen ist daher absolut notwendig. Zielen Analysen eher auf soziale Beziehungen innerhalb von Siedlungen und zwischen Siedlungen einzelner Regionen ab, die geprägt sind von Alter, Geschlecht, Arbeitsteilung und wirtschaftlichen Beziehungen bzw. Netzwerken sowie Heiratsbeziehungen, oder geht es konkret um übergreifende politische Systeme, bei denen beispielsweise bestimmte Gruppen oder Einzelpersonen Einfluss auf wirtschaftliche Netzwerke und die Verteilung von Gütern ausüben und über eine Gemeinschaft Macht besitzen? Die Verwendung aus der Ethnografie übernommener Begrifflichkeiten ist in jedem Fall kritisch zu hinterfragen und auf ihre Anwendbarkeit auf prähistorische Quellen zu überprüfen.


Programm

Montag, 19.03.2018:
12.00 Gemeinsames Mittagessen / Icebreaker
14.00 Valeska Becker (Münster) / Isabel Hohle (Köln): Begrüßung / Organisatorisches / Einführung
14.30 Uhr Hans Peter Hahn (Frankfurt): Verwandtschaft als Politik – ein kritischer Rückblick auf eine alte Forschungstradition der Ethnologie.
15.00 Uhr Heike Delitz (Bamberg): Architektonische Modi der sozialen Verteilung und Verknüpfung der Einzelnen: Anmerkungen zum 'Verhältnis' zwischen räumlichen und sozialen Strukturen.
16.00 Uhr Nadia Balkowski (Köln): Mein Land, mein Haus, mein Brunnen? Soziale Organisation am bandkeramischen Fundplatz Arnoldsweiler.
16.30 Uhr René Wollenweber (Halle / Saale): Versippt, verwandt, verschwägert? Soziale Referenzgruppen, Gruppenverbände und Bindungen in der Bandkeramik abseits genetischer Verwandschaftsanalysen. Ein Modellversuch.
17.00 Uhr Mario Küßner (Weimar) / Jan Nováček (Weimar) / Kristina Scheelen-Nováček (Weimar), Die Grabgruppe von Höngeda und die Nutzung von Spondylus-Artefakten in der thüringischen Linienbandkeramik.

Dienstag, 20.03.2018:
14.00 Uhr Martin Furholt (Kiel) / Colin Grier (Pullman, Washington) / Matthew Spriggs (Canberra) / Timothy Earle (Evanston): Wo sind die Häuptlinge? Soziale Ungleichheit und sozialer Widerstand in neolithischen Gesellschaften Europas – ein synthetischer Ansatz zur politischen Ökonomie.
14.30 Uhr Alexander Gorelik (Bochum) / Andrej Cybrij (Rostov am Don) / Viktor Cybrij (Rostov am Don): Siedlungslandschaften, Subsistenzweise und soziale Beziehungen im Subneolithikum des unteren Dons.
15.00 Uhr Maria Ivanova-Bieg (Heidelberg): Das Varna-Phänomen - Siedlungsarchäologische Forschungen zur westlichen Schwarzmeerküste im 5. Jt. v. Chr.
16.00 Uhr Christian Harb (Dübendorf): Soziale Differenzierung und Siedlungscluster am unteren Zürichsee (Schweiz).
16.30 Uhr Themenwahl 2019 / Sprecherwahl

Mittwoch, 21.03.2018:
09.00 Uhr Matthias Jung (Frankfurt): Sozialmodelle prähistorischer Gesellschaften. Deutungsmuster und Narrative.
09.30 Uhr Christoph Steinmann (Regensburg): Die Interpretation des Megalithphänomens in Nordostdeutschland. Ein ideengeschichtlicher Abriss.
10.30 Uhr Sara Schiesberg (Köln): Parallele Gesellschaften oder regionalspezifische Entwicklungen? Untersuchungen zur Wirtschaftsweise im Horizont der Kollektivgräber.
11.00 Uhr Julia Menne (Kiel): Netzwerke und soziokulturelle Verbindungen von Gemeinschaften der Trichterbecherwestgruppe in Nordwestdeutschland.
11.30 Uhr Frauke Mohrwinkel (Mainz): Familienbande – Sozialstrukturen der Glockenbecher- und Schnurkeramikkultur auf den Gräberfeldern von Profen.
12.00 Uhr Immo Heske (Göttingen): Das ganze Dorf ist da? Überlegungen zu gesellschaftlichen Strukturen der Glockenbecherkultur und der Aunjetitzer Kultur.

Wir bitten alle Interessierten und alle Referenten, sich rechtzeitig zur Tagung anzumelden. Weiterführende Informationen und das Anmeldeformular finden Sie hier: https://mova-online.de/veranstaltungen/#anmeldeform

Termine für die nächsten Tagungen
 

Wir möchten uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der AG Neolithikum und der AG Bronzezeit für die gelungene Tagung in Mainz 2017 bedanken! Zur besseren Planung der kommenden Tagungen wurden in Münster die Orte und Daten der Tagungen für die nächsten Jahre festgelegt. Wir treffen uns:

2019 in Würzburg, 18.-22.03.2019;
2020 in Kiel, 10. Archäologie-Kongress, 20.-27.09.2020.


Für Fragen stehen die Sprecherinnen gerne zur Verfügung (siehe unter "Kontakt").


Neuerscheinung!!
Joanna Pyzel (Hrsg.), Das 4. Jahrtausend (Kerpen-Loogh 2017).

Seite des Verlags: https://www.weltunderde.com/b%C3%BCcher/fokus-jungsteinzeit/band-6/

13 Beiträge von 19 AutorInnen. 186 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abb., Format A4, Umschlag vierfarbig, kaschiert, Softcover. Deutschsprachige Zusammenfassungen. Abstracts in English. ISSN 2191-2068; ISBN 978-3-938078-22-8.


 

 


letzte Aktualisierung:
29.05.2017